Oberflächen · Verfahren 02

Calciumphosphat: der Baustoff des Knochens als Schicht

BONIT® wird elektrochemisch abgeschieden und in wenigen Wochen durch echten Knochen ersetzt. Plasmagespritztes Hydroxylapatit bleibt und trägt die dauerhafte Verankerung.

Hüftschäfte mit weißer BONIT-Calciumphosphatschicht in Nahaufnahme
20 ± 10 µmBONIT® Schichtdicke
60 %Porosität
6 – 12 WochenResorption
≥ 45 %HA Kristallinität
In einfachen Worten

Knochen wächst dorthin, wo er seinen eigenen Baustoff findet.

Eine Calciumphosphatschicht macht aus einer Metalloberfläche eine Fläche, die der Körper als knochenähnlich erkennt.

  • Dünn. Bei BONIT® ist die Schicht 20 µm dünn und mikroporös.
  • Resorbierbar. In 6 bis 12 Wochen wird sie vollständig durch echten Knochen ersetzt.
  • Direkt. Danach sitzt das Implantat unmittelbar im Knochen, ohne Zwischenschicht.
Calciumphosphat-beschichtete Pfannen von oben
Pfannen mit CaP-SchichtKreideweiß, mikroporös, benetzbar.
01 Zwei Wege

Resorbierbar oder dauerhaft. Beide holen den Knochen an die Oberfläche.

BONIT-beschichtete Hüftschäfte auf dem Träger
BONIT®Elektrochemisch aus dem Bad abgeschieden.

BONIT®: elektrochemisch, resorbierbar

  • Mikroporosität mit hoher Kapillarwirkung, sehr gute Benetzung durch Blut
  • Auch für poröse, additiv gefertigte und komplexe Geometrien, weil aus dem Bad abgeschieden
  • Keine mechanischen Partikel- oder Schichtablösungen
  • Vollständige Resorption innerhalb von 6 bis 12 Wochen
  • Kombinierbar mit TPS (TPS-BONIT®) und mit Strahlprozessen

Plasmagespritztes Hydroxylapatit: rau, kristallin, dauerhaft

  • Oberflächenvergrößerung und hohe Primärstabilität durch die raue Schicht
  • Langzeitstabilität durch Knochen, der in die poröse HA-Schicht einwächst
  • Kristallinität und Phasenanteile nach Spezifikation einstellbar
02 Technische Daten

Kennwerte beider Schichten.

KennwertBONIT®Plasmagespritztes HA
Verfahrenelektrochemische Abscheidungatmosphärisches Plasmaspritzen (APS)
Schichtdicke20 ± 10 µmnach Kundenanforderung
Porosität60 %porös, rau
Haftfestigkeit≥ 15 MPaHaftzug ≥ 15 MPa (ASTM F1147) · Scherzug ≥ 15 MPa (ASTM F1044)
Ca/P-Verhältnis1,1 ± 0,11,61 – 1,76
Phasen≥ 70 % Bruschit, ≤ 30 % HAHA ≥ 50 %, α-/β-TCP und TTCP ≤ 30 %, CaO ≤ 5 %, Kristallinität ≥ 45 %
Resorption6 – 12 Wochen p. o.langsam, überwiegend stabil
Reihe beschichteter Pfannen
SeriePfannen nach der Beschichtung.
REM-Aufnahme der BONIT-Schicht, 1000-fach
REM, 1000-fachCalciumphosphatkristalle der BONIT®-Schicht.
Probe im Labor
Ca/P im Labor
Mitarbeiterin am Prüfplatz mit beschichteten Schäften
SichtkontrolleJeder Schaft wird vor der Freigabe geprüft.
Prüfplatz mit BONIT-beschichteten Hüftschäften in Rostock
03 Prozess und Prüfung

Bei DOT entwickelt. Seit den 1990er Jahren in Serie.

BONIT® entsteht im elektrochemischen Bad, HA im APS-Verfahren. Beide Schichten prüft das hauseigene Labor: Schichtdicke im Querschliff, Ca/P-Verhältnis, Phasen, Haftzug, Scherzug, Rauheit. Vor der Reinraumverpackung sind Bioburden- und Endotoxinbestimmung möglich.

HaftzugASTM F1147 ScherzugASTM F1044 Prüflaborim Haus QualitätssystemISO 13485
Rostock · Qualitätssicherung
04 Anwendungen und Studie

Von der Hüfte bis zum Zahnimplantat.

  • Hüfte, Knie, Schulter, Sprunggelenk, Hand, Finger, Wirbelsäule: auf Titan, direkt oder über TPS
  • Additiv gefertigte Implantate mit offenporigen Gitterstrukturen (BONIT®)
  • Dental: BONIT® (10 – 30 µm) und BONITex®
  • Keramikimplantate: im Projekt KeraDuo entwickelt DOT haftfeste, poröse Trägerschichten

Klinische Begleitung. Mit der Universitätsmedizin Rostock und der Atesos Medical AG untersucht DOT explantierte Hüftendoprothesen mit TPS-BONIT®-Beschichtung. Die Ergebnisse wurden auf dem DKOU 2025 als Poster gezeigt: Abstract lesen.

Zur Prüfung durch DOT: Jahr der Markteinführung von BONIT® und Anzahl beschichteter Implantate bitte ergänzen. Aussage „seit den 1990er Jahren“ ist eine Annahme aus der Firmenhistorie.
Mitarbeiter am Messplatz mit beschichteten Pfannen
MessplatzPfannen vor der Freigabe.
TPS-Struktur einer Pfanne
Unter BONIT®: TPS
Geschmiedete Schäfte in Luckenwalde
Der Rohling aus Luckenwalde
05 Varianten

Orthopädie und Dental: vier Varianten auf einer Chemie.

Für Zahnimplantate zählt neben der Chemie die Struktur: Rauheit und Topografie steuern die Osseointegration.

20 ± 10 µm
Orthoelektrochemisch

BONIT®

Dünn, mikroporös, resorbierbar. Direkt auf Titan, über TPS oder auf additiv gefertigten Strukturen.

APS
Orthoplasmagespritzt

Hydroxylapatit (HA)

Kristalline, raue Schicht für hohe Primärstabilität und dauerhaften Knocheneinwuchs. Kristallinität ≥ 45 %, Ca/P 1,61 – 1,76.

Dentalseit 20065 ± 3 µm CaP

BONITex®

HA-gestrahlt, zweifach geätzt, mit dünner BONIT®-Schicht. Hellgrau. Hohe Benetzbarkeit für Blut, erhöhte Primärstabilität, verkürzte Einheilzeit.

Dentalelektrochemisch10 – 30 µm

BONIT® Dental

Die BONIT®-Schicht für Zahnimplantate, kombinierbar mit Strahlprozessen. Geeignet für additiv gefertigte und komplexe Geometrien.

Anwendung Dental
FAQ

Fragen aus Einkauf und Entwicklung.

Wann BONIT® und wann plasmagespritztes HA?
BONIT® ist dünn, mikroporös und wird in 6 bis 12 Wochen vollständig resorbiert; es beschleunigt die frühe Einheilung und eignet sich auch für komplexe und poröse Geometrien. Plasmagespritztes HA ist dicker, rau und kristallin und dient der dauerhaften Verankerung über die einwachsende Knochenstruktur.
Funktioniert BONIT® auch auf additiv gefertigten Implantaten?
Ja. Weil die Schicht elektrochemisch aus dem Bad abgeschieden wird, erreicht sie auch Hinterschneidungen und offenporige Gitterstrukturen, die ein Spritzverfahren nicht erreicht.
Wie wird die Schichtqualität geprüft?
Schichtdicke im Querschliff, Ca/P-Verhältnis, Phasenzusammensetzung, Haftzug nach ASTM F1147 und Scherzug nach ASTM F1044 im hauseigenen Prüflabor der DOT GmbH.
Gibt es klinische Daten zu BONIT®?
DOT untersucht in einem laufenden Projekt mit der Universitätsmedizin Rostock und der Atesos Medical AG explantierte Hüftendoprothesen mit TPS-BONIT®-Beschichtung. Der aktuelle Stand wurde auf dem DKOU 2025 vorgestellt. Weitere Literatur stellen wir auf Anfrage bereit.
Vertrieb BeschichtungName und Durchwahl folgen coating@dot-coating.de +49 381 40 33 5-0
Datenblatt BONIT®
PDF · Fassung folgt
Datenblatt plasmagespritztes HA
PDF · Fassung folgt

Schnellere Einheilung ist eine Spezifikation.

Nennen Sie uns Werkstoff, Geometrie und Zielprofil. Wir schlagen BONIT®, HA oder die Kombination mit TPS vor und legen den Prüfplan dazu.

EntwicklungEigenes F&E-Team in Rostock
PrüfungPrüflabor im Haus