Oberflächen · Verfahren 03

PVD-Hartstoffschichten: Keramik auf der Gleitfläche

Titan-Nitrid, Titan-Niob-Nitrid, Zirkon-Nitrid und DLC machen Gelenkflächen und Instrumente härter und abriebärmer. Sie halten Nickel, Kobalt und Chrom im Grundwerkstoff. Seit 2019 im eigenen Produktionsgebäude in Rostock.

Goldfarben TiN-beschichtete Komponenten am Werkstückträger nach der PVD-Beschichtung
0,5 – 7 µmSchichtdicke
bis ~2.700 HVHärte
HF ≥ 1 · ISO 26443Haftfestigkeit
5Varianten
In einfachen Worten

Ein Kniegelenk gleitet bei jedem Schritt auf sich selbst.

Dabei entsteht Abrieb, und aus dem Metall können winzige Mengen Nickel, Kobalt und Chrom in das Gewebe gelangen.

  • Dünn. Die Keramikschicht ist wenige Tausendstel Millimeter stark.
  • Hart. Sie gleitet leichter und verschleißt weniger als das Metall darunter.
  • Dicht. Sie hält die Metallionen dort, wo sie hingehören: im Bauteil.
Poliertes Tibiaplateau vor der PVD-Beschichtung
Vor der BeschichtungPoliert, gereinigt, bereit für die Kammer.
Rot glühende Kammer der Lichtbogenverdampfung mit Femurkomponenten
01 Eigenschaften

Lichtbogen im Vakuum. Keramik auf Metall.

Die Schichten entstehen durch Lichtbogenverdampfung (Arc-PVD) unter Zugabe von Stickstoff. Sie senken den Abrieb an der Gleitfläche und die Ionenfreisetzung aus dem Grundwerkstoff. Die Farbe ist zugleich Herkunftskennzeichen: TiN gold, ZrN champagner, DLC anthrazit.

Härte700 – 2.700 HV Schichtdicke0,5 – 7 µm HaftungHF ≥ 1 · ISO 26443 Produktion seit2019
Rostock · Gebäude 4 · Arc-PVD
02 Technische Daten

Fünf Schichten, eine Anlagentechnik.

Die Wahl folgt der Aufgabe: Gleitpaarung, Schneide oder Optik. DLC ist eine metallhaltige, amorphe Kohlenstoffschicht aus Chrom und Kohlenstoff mit niedrigem Reibungskoeffizienten.

SchichtDickeHärteHaftungEinsatz
TiN0,5 – 7 µm~2.300 HVHF ≥ 1Gelenke, Instrumente, Dental
TiNbN0,5 – 6 µm~2.500 HVHF ≥ 1Knie, Gleitpaarungen
TiAlN0,5 – 6 µm~2.700 HVHF ≥ 1Hoch belastete Instrumente
ZrN0,5 – 6 µm~2.500 HVHF ≥ 1Gelenke, Dental
DLC0,5 – 2,5 µm~700 HVHF 1 – 3 · DIN 4856Rotierende und schneidende Instrumente
Goldfarbene TiN-beschichtete Teile am Träger
TiN, goldDer Klassiker unter den Hartstoffschichten.
Femurkomponenten am Gestell
Femurkomponenten
Glühende Kammer
In der Kammer
Femurkomponente poliert
GleitflächeTiNbN und ZrN am Knie.
Komponenten am Träger
BestücktChargenweise am Werkstückträger.
03 Varianten

Welche Schicht wofür.

~2.300 HV
TiNgold

Titan-Nitrid

Goldene Farbe, hohe Härte, chemisch langzeitstabil. Für Gelenkkomponenten, Instrumente und dentale Komponenten.

~2.500 HV
TiNbNGelenk

Titan-Niob-Nitrid

Die Standardwahl für Gleitflächen an Knie- und Hüftkomponenten: härter als TiN, reduzierter Abrieb, weniger Allergiepotenzial.

~2.700 HV
TiAlNInstrument

Titan-Aluminium-Nitrid

Die härteste Variante im Programm. Für hoch belastete Instrumente und Werkzeuge.

ZrNGelenk · Dental~2.500 HV

Zirkon-Nitrid

Nickelfreie Alternative mit heller, goldgelber Farbe. Für Gelenkkomponenten sowie dentale Komponenten und Instrumente.

DLCseit 2012~700 HV · µ niedrig

Diamond-Like Carbon

Amorphe Kohlenstoffschicht mit sehr niedrigem Reibungskoeffizienten. Verlängert die Lebensdauer rotierender und schneidender Instrumente, auch in der Dentaltechnik.

04 Substrate und Anwendungen

Titan, Stahl, Kobalt-Chrom, Hartmetall.

Die Vorbereitung der Oberfläche durch technisches Polieren und Reinigen erfolgt im Haus, weil die Qualität der Schicht vom Ausgangszustand abhängt.

  • Knie: Femur- und Tibiakomponenten mit TiNbN oder ZrN
  • Hüfte und Schulter: Köpfe und Gleitpartner
  • Instrumente: chirurgische und rotierende Instrumente, DLC seit 2012 auch für dentale Werkzeuge
  • Dental: Abutments und Instrumente mit TiN, ZrN oder DLC
Technisches Polieren an der Scheibe
Technisches PolierenDie Vorbereitung entscheidet über die Schicht.
Polierte Köpfe in der Hand
Köpfe und Gleitpartner
Bauteile in der Waschanlage
Reinigen
05 Prozess und Prüfung

Jede Charge geht durch das eigene Labor.

Die Produktion läuft seit November 2019 im eigens dafür errichteten Gebäude 4 und ist Teil des nach ISO 13485 zertifizierten Qualitätssystems. Die Ergebnisse gehen mit dem Prüfbericht an den Kunden.

  1. Polieren und Reinigen Rostock

    Technisches Polieren, Wäsche, Sichtkontrolle.

  2. Beschichten Arc-PVD

    Lichtbogenverdampfung im Vakuum, Stickstoff als Reaktivgas.

  3. Prüfen Prüflabor

    Schichtdicke im Querschliff, Haftung per Rockwell-Eindringprüfung, Mikrohärte, Rauheit.

  4. Freigeben

    Sicht- und Maßprüfung, Prüfbericht je Charge.

Zur Prüfung durch DOT: Anzahl der PVD-Anlagen, maximale Chargengröße und typische Durchlaufzeit bitte ergänzen. Die Aussage zu Stahl und CoCr als Substrat stammt aus der Übersicht der Hauptseite und ist gegen die aktuelle Prozessliste zu prüfen.
PVD-Halle in Rostock mit Beschichtungsanlagen
Gebäude 4PVD-Produktion seit 2019.
Mitarbeiterin bei der Sichtkontrolle
Sichtkontrolle
Probe im Prüflabor
Prüflabor
FAQ

Fragen aus Einkauf und Entwicklung.

Welche Grundwerkstoffe lassen sich mit PVD beschichten?
Titan und Titanlegierungen, medizinische Stähle, Kobalt-Chrom-Legierungen und Hartmetall. Voraussetzung ist eine polierte, saubere Oberfläche, die DOT im eigenen Haus vorbereitet.
Verändert die PVD-Schicht die Maße des Bauteils?
Die Schicht trägt 0,5 bis 7 µm auf. Bei Passungen und Konen wird das im Fertigungsmaß berücksichtigt. DOT stimmt die Zielschichtdicke mit der Zeichnung ab.
Wie wird die Haftfestigkeit nachgewiesen?
Mit dem Rockwell-Eindringtest nach DIN EN ISO 26443. Standardanforderung ist Haftfestigkeitsklasse HF 1, gemessen im hauseigenen Prüflabor der DOT GmbH.
Ist die Beschichtung für Patienten mit Metallallergie geeignet?
Die keramische Schicht deckt das Grundmaterial ab und reduziert die Freisetzung von Nickel-, Kobalt- und Chromionen. Die klinische Bewertung und Zweckbestimmung trifft der Hersteller des Implantats im Rahmen seiner Zulassung.
Kann DOT auch das Polieren vor der Beschichtung übernehmen?
Ja. Technisches Polieren, Reinigen und Maskieren gehören zum Leistungsumfang am Standort Rostock. Für Schmieden und Zerspanen steht DOT Manufacturing in Luckenwalde bereit, sodass das Bauteil die Gruppe erst als fertiges Implantat verlässt.
Vertrieb BeschichtungName und Durchwahl folgen coating@dot-coating.de +49 381 40 33 5-0
Datenblatt PVD-Hartstoffschichten
PDF · Fassung folgt

Gleitfläche, Instrument oder Werkzeug: Schicken Sie uns die Zeichnung.

Sie erhalten eine Empfehlung zur Schichtvariante, zur Zielschichtdicke und zum Prüfumfang.

PVD-ProduktionRostock, Gebäude 4, seit 2019
PrüfungEigenes Prüflabor im Haus